Gewaltfreies Erziehen

Die Trainingsmethode nach Gottfried Dildei
Mit freundlicher Genehmigung von Peter Ziegler, Göppingen: www.kynos.de


Futtermotivation – Beutemotivation
Der Gebrauch von Futter in der Ausbildung hat einige Vorteile gegenüber der Ausbildung über den Beutetrieb. Das Futter dient uns als Bezugspunkt mit dem man die Bewegung und Position ohne jegliche Zwangseinwirkung genau bestimmen kann. Diese Art von Manipulation ist mit der Beute wesentlich schwieriger zu erreichen. Mit Hilfe des Futters kann man die Stimmung des Hundes besser kontrollieren als mit der Beute. Ständiges Füttern stabilisiert und beruhigt den Hund, wobei die Zurückhaltung des Futters seinen Eifer verstärkt.

Es gibt uns die Möglichkeit den Hund zu belohnen ohne die Arbeit zu unterbrechen und das Verhalten des Hundes zu jeder Zeit genau zu formen. Im Gegensatz hierzu verlangt die Belohnung mit Ball oder ähnlichem die Freigabe des Hundes und unterbricht dadurch die Übung, wobei sich die Erregung des Hundes sehr schnell und so stark bilden kann, dass die Kontrolle schwer fällt. Futter gibt uns ein ausgeglichenes Niveau der Motivation.

Die Handhabung des Futters
Die Art des Futters ist sehr wichtig. Es muss vom Hund sehr gern gefressen werden und so weich sein, dass er es ohne zu kauen schlucken kann. Bewährt haben sich kleine Wurststücke in der Grösse eines Fingernagels. Der entscheidende Faktor beim Üben mit Futter ist der Zeitpunkt der Belohnung. Um ein gewünschtes Verhalten zu bestärken, muss das Futter während des Verhaltens oder ganz kurz danach gegeben werden. Deshalb ist es wichtig, dass es schnell zur Hand ist. Vorteilhaft ist die Benutzung von Gürteltaschen oder sogenannte Trainingsjacken, in denen das Futter schnell greifbar ist. Bevor man anfängt gezielt zu üben, sollte man seinen Hund aus der Hand füttern können, ohne dass dabei Futter auf den Boden fällt, dies würde seine Aufmerksamkeit sonst nur auf den Boden lenken.

Aufmerksamkeit lehren
Diese Übungen haben nichts mit dem formalen Üben zu tun, sind aber eine sehr wichtige Voraussetzung. Man fängt damit an, dass der Hundeführer aufmunternd und freudig zu einem bestimmten Punkt auf dem Platz läuft. Dort angelangt nimmt er Futter aus der Tasche und macht den Hund darauf aufmerksam. Es sollte so sein, dass man den Hund vor dem Bauch langsam rückwärtsgehend füttert. Fängt der Hund an zu fordern, indem er anstösst, belohnt man dies durch noch mehr Futter. Dieses „Treiben“ dauert nur ein bis zwei Minuten und wird beendet, indem man den Hund durch ein Hörzeichen und gleichzeitiges Hochreissen der Arme freigibt. Anschliessend spielt man kurz mit dem Hund und führt ihn vom Platz. Beim nächsten mal bringt man den Hund genau wieder an die selbe Stelle auf dem Übungsplatz, fängt er an durch Blicke oder Anstossen der Hände zu fordern, haben wir eine wichtige Grundlage in der Ausbildung nach G. Dildei erreicht. Sofort wird dieses „Treiben“ wieder mit Futter bestätigt. Durch das langsame Rückwärtsgehen steigert man im Hund die Annäherung zu seinem Besitzer. Immer noch sind die Übungseinheiten sehr kurz, mit dem selben Abschluss, dem Freigeben des Hundes. Kann sich ein Hund, weil er etwa zu jung ist, nicht über die ganze Zeit konzentrieren, besteht die Gefahr ihn durch ansprechen zur Aufmerksamkeit zu veranlassen, also zu locken. Unser Ziel ist es aber ohne jegliche Worte eine Aufmerksamkeit zu erreichen, wobei es scheint, dass der Hund einen mit seinen Blicken zu durchdringen versucht um dadurch Futter zu erhalten. Der Hund soll selbst agieren und nicht auf Locken reagieren.

Aktivität
Ein Hund der gelernt hat sich an der Unterordnung zu erfreuen und die Initiative ergreift um seine Belohnung zu erhalten, wird ein Gefühl der Kontrolle haben. Er wird seinen Führer aktiv „treiben“ um Futter zu erhalten. Zeigt der Hund auf dem Übungsplatz Interesse und orientiert sich spontan an seinem Besitzer, sind die Weichen für ein formales Training gestellt.

Freifolge
Diese Übung beginnen wir anfänglich nicht mit der sogenannten Grundstellung, sondern lassen uns vom Hund wieder einige Meter rückwärts treiben und drehen uns dann zum Hund in die Fußposition. Dies geschieht sehr langsam, so dass man den Hund nicht verliert, erst mit zunehmender Gewöhnung wird die Bewegung dann schneller. Der Hundeführer bewegt sich in Fußposition in einem sanften Rechtsbogen. Um während des Übens eine natürliche, korrekte Haltung einzunehmen, wird grundsätzlich das Futter mit der linken Hand gegeben. Diese befindet sich so am Körper, dass es dem Hund möglich ist, während des Fußgehens in die Hand zu treiben und das Futter zu nehmen.
Konzentriert sich der Hund einmal nicht nach dem Hundeführer, sollte das Futter nicht nachgereicht werden, dies würde den Hund nur für schlechtes Verhalten in falscher Position belohnen. Man ignoriert dies und wartet bis der Hund wieder von selbst treibt und gibt ihm dann wieder Futter.

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